wir haben den gemeinnützigen Verein zur Erhaltung der Laubenheimer Höhe gegründet, um zu zeigen, daß es uns nicht egal ist, wenn weite Teile unserer Umwelt dem Kalkabbau durch die Heidelberger Zementwerke zum Opfer fallen sollen. Allen bestehenden Planungen der Raumordnung und Landschaftspflege ist bisher gemeinsam, daß der Kalk- Rohstoffabbau die Kreisstraße K13 (zwischen Laubenheim und Hechtsheim) nach Süden nicht überschreiten soll. Im Vertrauen auf diese Entscheidung und den entsprechenden Stadtratsbeschluß der Mainzer sind Wohngebiete in Laubenheim und Hechtsheim entstanden. Viele Bürger haben dort mit großem persönlichem Aufwand ihr Domizil errichtet.
Die Portland-Zementwerke, eine Tochter der Heidelberger Zement, betreiben in Mainz seit 130 Jahren Steinbrüche, zunächst in Weisenau, später auch in Laubenheim. Während über 80 Jahre eine Fläche von ca. 20 ha ausreichte, wurden seit 1960 weitere 50 ha ausgebeutet. Dabei ist die Zahl der Arbeitsplätze, trotz Produktionsausweitung, laufend geschrumpft. Jetzt strebt die Firma die Genehmigung an, für die nächsten 30 Jahre eine weitere Fläche von 100 ha im stadtnahen Bereich, keine 4000 m vom Mainzer Dom entfernt, abzubauen. Es zeigt sich dabei eine laufende, erschreckende Steigerung des Flächen- und damit Landschaftsbedarfs, die der Konzern beabsichtigt.
Die Auswirkungen auf Grundwasser, örtliches Klima und Stabilität der angrenzenden, bebauten Hänge sind nur schwer abzuschätzen.
Wenn Sie und Ihre Familie etwas dafür tun wollen, daß uns allen dieses stadtnahe Naherholungsgebiet erhalten bleibt, dann werden sie Mitglied in unserem Verein! Wir wollen unter Ausschöpfung aller legalen Mittel etwas dafür tun, unsere Umwelt zu erhalten und die Attraktivität dieses markanten und beliebten Naherholungsgebietes zu steigern, indem wir sein Entwicklungspotential umsetzen. Dabei soll mit der Vereinsgründung keine Konkurrenz zur bestehenden und aktiven Bürgerinitiative geschaffen werden, sondern ein Forum für Interessierte, das die Ideen und Ressourcen bündelt. Wir sind nur stark, wenn wir gemeinsam handeln und unsere Interessen den verantwortlichen Politikern klar machen. Bisher, das haben die letzten Monate gezeigt, ist keine im Stadtrat vertretene Partei bereit, für die Erhaltung der Laubenheimer Höhe vorbehaltlos Stellung zu beziehen. Statt aktiv die Mainzer Interessen zu vertreten und als Vertreter der öffentlichen Belange in das anstehende Raumordnungsverfahren einzubringen, zieht man es vor, erst einmal die Ergebnisse von Gutachten abzuwarten, die von der Heidelberger Zement in Auftrag gegeben wurden. Daß die Gutachter dabei ihren Ermessensspielraum zugunsten der Auftraggeber ausschöpfen werden, liegt auf der Hand.
Die Verantwortlichen im Stadtrat und den Ortsbeiräten sind mindestens seit Frühjahr 1995 informiert, die Bevölkerung wurde erst im Oktober 1995 andeutungsweise und in abgeschwächter Form eingebunden. Die "bittere Pille" wird der ahnungslosen Öffentlichkeit nur scheibchenweise beigebracht.
Dabei ist schon jetzt die Toleranz der Mainzer arg strapaziert. Die Staubablagerungen in der Umgebung des Werkes sind nicht wegzudiskutieren. Der Anblick, der sich einem bietet, wenn man über die Weisenauer Brücke der Stadt nähert, ist schon bedauerlich. Die so oft zitierten, renaturierten Flächen sind der breiten Bevölkerung nicht zugänglich. Letztendlich wird die Mainzer Landschaft ausverkauft.
Wir wollen im Verein versuchen, das Potential der Laubenheimer Höhe zu entwickeln, den Naturschutz zu fördern und unser Wohnumfeld verteidigen. Wir wollen unsere legalen Möglichkeiten dazu auszuschöpfen und unsere legitimen Interessen verteidigen. Dazu brauchen wir Ihre Mitarbeit und Unterstützung! Mainz ist sowieso schon knapp an Naherholungsmöglichkeiten. Wir wollen keinen weiteren Mammutsteinbruch im Stadtgebiet!
Wenn Sie Mitglied bei uns werden wollen, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf!
Für den Vorstand: Dr. Ulrich Wahlmann, 1. Vorsitzender